15 – Gewalt durch pädagogische Fachkräfte verhindern – Teil 1 – Wie drückt sich gewaltvolles Handeln aus?

Der Kita Podcast
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Lea Wedewardt

Erst kürzlich sind zwei Bücher erschienen, die sich mit dem Thema Gewalt durch pädagogische Fachkräfte auseinandersetzen: Von Jörg Maywald „Gewalt durch pädagogische Fachkräfte verhindern“ und das Buch „Seelenprügel“ von Anke Elisabeth Ballmann. Gewissermaßen wurde dadurch ein Tabu gebrochen und wir beginnen über die Missstände zu sprechen. So auch ich in meiner vierteiligen Podcastreihe.

Im ersten Teil der Reihe werde ich aufschlüsseln, welches Verhalten als gewaltvoll eingestuft werden kann und warum. Es handelt sich um eine Sammlung, die nicht den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Grundlage für die Sammlung sind die beiden oben genannten Bücher und meine eigenen Erfahrungen. Viel Spaß beim Hören.

Den passenden Artikel zum Podcast findest du hier: https://www.beduerfnisorientierte-kinderbetreuung.de/uebersicht-ueber-fehlverhalten-paedagogischer-fachkraefte-in-kindertagesstaetten

Quellen:

Jörg Maywald (2019): Gewalt durch pädagogische Fachkräfte verhindern.

Anke Elisabeth Ballmann (2019): Seelenprügel. Was Kindern in Kitas wirklich passiert.

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Probier- oder Kostehappen- NEIN danke!

Wer kennt ihn nicht den allbekannten Koste-, Probierlöffel oder Probierhappen. Viele Fachkräfte wollen, dass Kinder “zumindest mal probieren” auch wenn das Kind NEIN sagt und keinen Spinat, keinen Salat, kein Fleisch o.ä. essen möchten.

Viele Fachkräfte erhoffen sich davon, dass das Kind gesünder isst oder auch durch das Probieren Gefallen an diesem Essen findet. Das Gegenteil ist der Fall!

Stellt euch mal vor, ihr hättet euer allerliebstes Mittagessen vor euch stehen – ihr habt so richtig Lust darauf. Jetzt kommt Jemand und schöpft euch (evtl. sogar ohne euch zu fragen) einen Klecks von dem ungeliebten Essen mit auf den gleichen Teller. Würde euch da nicht auch die Lust auf das Lieblingsessen vergehen? Würde nicht sogar ein Ekel aufkommen, der euch das ganze Essen vermiest?!Für die Zukunft würde das für mich vielleicht sogar bedeuten, ich mag das ungeliebte Essen noch weniger. Es könnte sogar sein, dass für mich die Essenssituation im Kindergarten auf Dauer einen negativen Beigeschmack hat – mir die Essenslust vergangen ist.

Sollte es nicht das ZIEL im Kindergarten sein, die Freude und Lust am Essen bei den Kindern zu erhalten? Sollte es nicht das Ziel sein, ein gesundes Verhältnis zum Essen zu bewahren? Ich halte es für sehr wichtig, den Kindern die Kompetenz zuzusprechen, für sich selbst am besten entscheiden zu können, was ihnen kulinarisch gut tut und was nicht. Es sollte ihnen selbst überlassen bleiben, wann sie etwas probieren möchten und wann nicht.

Druck von außen führt eher dazu, sich von dem ungeliebten Lebensmittel fern zu halten oder sogar sein ganzes Leben zu verabscheuen.

Meine Erzieherfachschüler antworten meistens auf diese Annahme mit: “stimmt, das was ich damals essen sollte, mag ich noch heute nicht!”

Kennt ihr das auch? Wie geht ihr in der Praxis mit dem Probieren um?


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