69 – Grenzen kommunizieren

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Lea Wedewardt

In dieser zweiten Folge der Reihe „Grenzen spüren und kommunizieren“ gehe ich einerseits der Frage nach, wie eigene persönliche Grenzen kommuniziert werden können und andererseits, wie Grenzen von Kindern kommuniziert werden können.

Was kann ich tun, wenn ein Kind mir immer wieder ein Buch während des Vorlesens aus der Hand reißt? Was kann ich tun, wenn ein Kind zu mir „Du Doofi!“ sagt? Was kann ich tun, wenn Kinder untereinander Grenzen überschreiten sich bspw. auf der Rutsche wegdrängen? All diese Beispiele werden in dieser Folge unter der Frage besprochen, wie persönliche Grenzen kommuniziert werden können.

Viel Freude beim Anhören!

Kontakt zu mir: bo.kinderbetreuung@gmail.com und über die Webseite: https://www.beduerfnisorientierte-kinderbetreuung.de/

Anmeldung für das Webinar „Grenzen spüren und achten“ mit Kathrin und mir am 30.10. von 10 bis 13 Uhr über: kontakt@bo-akademie.de, https://bo-akademie.de/. Das Webinar kostet bis zum 15.10. 39,00 €, danach 49,00 € pro Person.

Instagram: @derkitapodcast Facebookgruppe „Bedürfnisorientierte Kinderbetreuung“

Präsentiert wird die Folge von: https://www.kitamitarbeiter.de/

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66 – Bedürfnisorientierter Umgang mit beißenden Kindern mit Anja Cantzler und Sabrina Dittmann

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Lea Wedewardt
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Anja Cantzler
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Sabrina Dittmann

In dieser Podcastfolge geht es um das Thema Beißen in der Kita und wie Fachkräfte mit damit umgehen können. Wir greifen in der Folge einige eurer gestellten Fragen zum Thema auf. Dazu habe ich zwei Expertinnen eingeladen: Anja Cantzler und Sabrina Dittmann, die wunderbar erklären, warum Kinder beißen, in welchem Alter dieses Verhalten gehäuft auftritt und wie es gelingen kann, sie bedürfnisorientiert zu begleiten. Wir sprechen über Akutstrategien und langfristige Überlegungen, wie Fachkräfte mit Eltern besprechen können, dass ihr Kind beißt oder aber ihr Kind gebissen wurde. Wir geben Anregungen dazu, wie Eltern damit umgehen können, wenn ihr Kind in der Kita gebissen wurde und vieles mehr.

Viel Freude beim Anhören!

Kontakt zu Anja:

Webseite: www.coaching-cantzler.de

Facebook: https://www.facebook.com/coachingcantzler

Instagram: https://www.instagram.com/anjacantzler/

Kita Talk bei Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCLV88NNolkv0wCboululNWw

Kontakte zu Sabrina: https://sabrina-dittmann.de/

Kita Info-App: https://www.kita-info-app.de/

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#gemeckerfrei – ein Elternratgeber für mehr Liebe in der Familie

Das Buch #gemeckerfrei ist eine liebevolle Einladung der beiden Autoren Uli und Bernd Bott an den/die Leser:in, sich selbst zu mögen. Sie erzählen sehr persönlich von ihrem Elternsein, welche Hürden sie genommen haben und welche Erkenntnisse sie letztlich daraus gewinnen konnten. Sie wollen mit ihrem Buch dafür werben, sich als Eltern selbst zu lieben, Ansprüche herunterzuschrauben, Perfektion und das damit verbundene immer wiederkehrende Mangelgefühl von “Ich bin nicht gut genug!” zu hinterfragen. Denn Mangel zieht Mangel an so sagen sie und sei ihrer Meinung nach eine wesentliche Ursache für Gemecker. Wenn ich mich selbst nicht mag, an mir selbst rumnörgele, tue ich es auch im außen – ich meckere an meinen Kindern, meinen Freunden oder meinem Partner herum.

Ein Großteil des Buches ist aus der persönlichen Sichtweise von Uli geschrieben aus ihren Erfahrungen angereichert mit Fachwissen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Immer wieder kommt jedoch auch ihr Ehemann Bernd mit seiner Perspektive auf Ereignisse zu Wort. In klar erkennbaren Kästen, die sich vom Rest des Textes abheben, wird also auch “Bernds Blick” aus Sicht eines Mannes und Ehepartners einbezogen.

Die beiden Autor:innen wollen mit dem Buch also Mut machen, das Ruder doch noch herumzureißen und Erziehung zu hinterfragen. Sie machen Mut, sich zu entspannen, #gemecker -Stellen aufzuspüren und neue Pfade im Gehirn zu ebnen, anders als bisher – kurz: eine „Family in Love“ zu werden. 

Uli und Bernd Bott konnten in ihren 21 Jahren Elternschaft viele Ursachen für #gemecker herausfiltern sowie Ideen entwickeln, mit denen ein #gemeckerfreies Miteinander möglich werden kann. Darüber sprechen sie in diesem Buch ausführlich und geben konstruktive Ideen an die Hand, um Stress zu reduzieren, Verantwortung zu übernehmen und letztlich in die Selbstliebe zu finden.

Diese Buch ist für alle, die eine persönliche Geschichte mögen, die beim Lesen eine unmittelbare Nähe spüren wollen als würden sie sich Rat von einer guten Freundin holen, die sagt: “Nimm es nicht so schwer! Es wird schon alles gut!”.

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58 – Videobasiertes Deeskalations Coaching. Ein Interview mit Hergen Sasse

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Hergen Sasse

Um Deeskalation zu vermeiden und wirklich in Beziehung zu kommen, ist das Medium des Videos überaus hilfreich. Es gibt die Möglichkeit etwas außerhalb einer Akutsituation neutral zu betrachten und einen neuen, ressourcenorientierten Blick darauf zu werfen. Es ermöglicht eine neue Perspektive einzunehmen und hinzuschauen, was brauchen die Beteiligten denn wirklich, was sind ihre Bedürfnisse?

Mein Gast Hergen Sasse ist Kommunikationscoach. Er kennt sich mit videobasiertem Deeskalations Coaching aus und wendet es in der Kinderbetreuung an. Darüber berichtet er in dieser Podcastfolge. Wir gehen zudem den Fragen nach: Was bedeutet Deeskalation? Wann ist eine Deeskalation notwendig? Wie wird videobasiertes Coaching in der Kita angewendet? Was ist die videobasierte Coaching Methoden „Spin“ und was unterschiedet sie von „Marte Meo“?

Viel Freude beim Anhören!

Kontakt zu Hergen Sasse unter: https://sozialundstark.com/

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50 – Konflikte unter Kindern bedürfnisorientiert begleiten. Ein Interview mit Sabrina Dittmann Teil 2

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Sabrina Dittmann

Was tun, wenn Kinder streiten? Im pädagogischen Alltag gehören Konflikte unter Kindern zu einer der herausfordernsten Momente. Kaum eine Situation taucht so häufig auf, wie ein Streit unter Kindern, kaum eine Situation kann Fachkräfte so viel Kraft kosten und kaum eine Situation hält so viele Lernmomente bereit wie Streit unter Kindern. Die Psychologin Sabrina Dittmann ist Expertin auf diesem Gebiet und beantwortet mir meine und die Fragen der Hörerinnen und Hörer.

Dieser Podcast wurde aufgrund seines Umfangs in zwei Teile geteilt. Falls du hier das erste Mal einschaltest, höre dir zuerst die Folge davor an. In diesem 2. Teil setzen wir die Grundlagen aus der ersten Folge voraus. Wir gehen wieder sehr detailliert auf ein Praxisbeispiel ein. Diesmal überlegen wir jedoch, wie Fachkräfte handeln können, wenn Kinder Unterstützung bei der Lösung ihres Konflikts benötigen, man selbst den Konflikt jedoch nicht beobachtet hat.

Wir sprechen außerdem über Entwicklungsaufgaben und daraus entstehende Konflikte, Motive von Kindern für ihre Konflikte, eigene Ängste als Fachkraft, die eigene Konfliktbiografie, eigene Glaubenssätze, über’s Entschuldigen und vieles mehr.

Kontakte zu Sabrina: Facebook Gruppe: Streiten lernen und ihr Xing Profil

mit Musik von Jan Rase: http://jan-rase.de/

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48 – Konflikte im Team lösen. Ein Interview mit Martina Kohrn

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Martina Kohrn

Konflikte im Team ist wohl eines der brisantesten Themen, die es in der Kinderbetreuung gibt. Beinahe jede pädagogische Fachkraft kann vermutlich ein Lied davon singen. Mit der Konflikttrainerin Marina Kohrn tausche ich mich darüber aus, welche Formen von Konflikten in Kitas am häufigsten auftreten, was Konflikte mit uns selbst zu tun haben und wie wir Konflikte lösen können. Wir sprechen über Werte, Rollen und Teamentwicklung. Und erneut habe ich die Frage gestellt, was wir tun können, wenn wir mit unseren Werten auf Fachkräfte stoßen, die eine ganz andere Pädagogik leben. Viel Freude beim Anhören!

Ich danke euch an der Stelle nochmal recht herzlich für die vielen Fragen an Martina. Die ein oder andere konnte ich ihr auch stellen.

Kontakt zu Martina: www.martinakohrn.com/konflikttrainerin

Meine Webseite: www.beduerfnisorietnierte-kinderbetreuung.de

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47 – Gewaltfreie Kommunikation in der Kita – ein Interview mit Kathy Weber

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Kathy Weber

Ein sehr lockeres, lebendiges und amüsantes Gespräch mit Kathy Weber über Gefühle, Bedürfnisse, Führung und Verantwortung, schützende Gewalt, Handeln statt Reden, Exitstrategien, Mythen über die Gewaltfreie Kommunikation und vieles mehr.

In dieser Podcastfolge wird Gewaltfreie Kommunikation praxisnah, erlebbar und alltagstauglich veranschaulicht. Kathy verwickelt mich unerwarteter Weise in ein Rollenspiel und wir zeigen anhand zweier konkreter Beispiele, wie Gewaltfreie Kommunikation in der Kita angewendet werden kann:

1. Beispiel: Kind will drinnen bleiben und nicht mit in den Garten. Die Fachkraft will, dass es mit raus kommt und sich anzieht.

2. Beispiel: Eine Kollegin beäugt mich kritisch in meiner bedürfnisorientierten Pädagogik und wendet selbst Gewalt an. Wie kann ich mit ihr ins Gespräch kommen?

Kontakt zu Kathy Weber: https://kw-herzenssache.de/ , Ihr Podcast: „Das ABC der Gewaltfreien Kommunikation“

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Kinder missachten Regeln nicht aus Böswilligkeit

Kinder brechen Regeln, halten sich nicht an Vereinbarungen und hören nicht zu. Wenn wir sie darum bitten, die Regeln einzuhalten, grinsen sie nur frech und ignorieren uns. Das stimmt.

Und es könnte einen selbst zur WEISSGLUT bringen. 
“Was fällt dem Kind ein? Wie ignorant, provokant, frech und aufmüpfig. Wo soll das nur hinführen?!” “dann halte ich mich eben auch nicht mehr an seine Regeln” schwirrt es mir bockig im Kopf herum.

Ich bin verärgert, zornig, empört, 
“DAS KANN JA WOHL NICHT WAHR SEIN!”
.
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STOPP!!!, innehalten.
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Einmal tief durchatmen…

Sie tun es NICHT mit ABSICHT, nicht, um uns zu ärgern, nicht um uns zu provozieren!

In dem Moment ging es nicht anders, der IMPULS war STÄRKER als der Kontrollmechanismus, das steuernde Gefühl drängender als die stoppende Beherrschung. Lucas Empörung darüber, dass Isabell seinen Turm umgestoßen hat war präsenter als die rationale Überlegung sich an die vereinbarte Regel zu halten.

Die Regel “wir hauen und treten nicht” fällt Isabell erst viel später wieder ein als ihr Ärger verflogen ist.

Regeln sind dazu da, eine friedvolle Gemeinschaft einzuüben. Und die Betonung liegt auf ÜBEN! Und beim Üben passieren uns immer und immer wieder FEHLER. Das liegt in der Natur der Sache. Wir können ein Verhalten nicht sofort kontrollieren; das ist so beim Fahrradfahren Üben, beim Schreiben Üben, beim Üben des friedlichen Miteinanders und beim Üben der Impulskontrolle.

Sich an Regeln halten ist also ÜBUNGSSACHE!!!

Und zum Üben gehört es dazu, FEHLER zu MACHEN und machen zu dürfen, sonst könnte man ja schon, was man übt und würde das Üben überflüssig machen.

Wenn Kinder also Regeln missachten, dann weil sie die Regel schlicht nicht einhalten konnten.

Vergessen wir nicht, JEDER MENSCH TUT in jedem Moment DAS BESTE, WAS ER KANN. Das sagte Carl Rogers, das sagte Marshall Rosenberg und wie sie alle heißen. Und wenn ein Kind es in dem Moment nicht schafft, sich an die vereinbarte Regeln (z.B. nicht zu hauen) zu halten, dann nur weil es etwas gibt, das es davon abhält.

GRÜNDE dafür gibt es viele und sie variieren von Kind zu Kind und von Situation zu Situation: weil das Kind gekränkt ist, weil es ein unerfülltes Bedürfnis gibt, weil es eine innere Unruhe gibt, weil es überfordert ist, weil es sich nicht verstanden fühlt, weil es so sehr mit sich und seiner Emotion beschäftigt ist, dass die Regel in den Hintergrund rückt – einfach abgekappt ist.

Wenn ein Kind sich nicht an die Regel hält, sollte es also NICHT BESTRAFT werden. Das hilft nicht, es schadet.

Vielmehr sollten wir ihm VERSTÄNDNIS und Wohlwollen entgegenbringen und sagen:
“du weißt, wir haben diese Regel. Ich weiß, dass du weißt, dass es diese Regel gibt. Und wir beide wissen, jetzt gerade war es für dich nicht möglich, dich an die Regel zu halten. Das ist in Ordnung. Fehler passieren, wir üben alle zusammen, uns an die Vereinbarung zu halten. Wir unterstützen uns dabei, du hilfst mir und ich helfe dir, in Ordnung?”

Denn WAS SOLL DAS KIND DENN LERNEN?

Wollen wir, dass es aus der Situation mitnimmt: “ich muss mich an die Regeln halten koste es was es wolle” “”bloß keine Fehler machen” “ich bin schuld, dass ich mich nicht an die Regel halten konnte” “ich bin falsch”, “wenn ich nicht das tue, was von mir verlangt wird, kann es schmerzhaft für mich werden”????

Oder ist es uns lieber, wenn die Kinder für sich mitnehmen: “eine Regel soll eine Unterstützung sein”, “sie hilft uns allen” “ich bin ok auch wenn ich es mal nicht schaffe mich an eine Regel zu halten”, “ich trage keine Schuld”, “ich bekomme Unterstützung, wenn mir etwas noch nicht gelingt”, “wir sind alle Lernende”, “ich bin fähig etwas zu lernen”, “Fehler machen ist ok”??!!

Wir können also BERUHIGT sein. Wenn Kinder sich nicht an vereinbarte Regeln halten, dann nur weil es gerade nicht ging. Wir dürfen entspannt sein und sagen: “na gut, diesmal hat es nicht geklappt, wir üben weiter”. Genauso wie beim Fahrrad fahren.

Es ist NICHT unsere SCHULD, dass das Kind noch nicht Fahrrad fahren kann. Genauso wenig ist es unsere Schuld, wenn das Kind es noch nicht schafft, sich an unsere gemeinsamen Regeln zu halten. Aber wir können üben!

Und seien wir mal ehrlich, schaffen wir es immer uns an die vereinbarten Regeln zu halten?! Sind wir also fehlerfreundlich mit uns und fehlerfreundlich mit den Kindern.

Alles Liebe,
eure Lea


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“Bevor ihr euch streitet bekommt keiner das Spielzeug” – Umgang mit Konflikten unter Kindern

“Bevor ihr euch streitet bekommt keiner das Spielzeug”

Wer kennt diesen Satz nicht?! Er wird in Einrichtungen beinahe inflationär verwendet um Streitsituationen zwischen Kindern zu schlichten. Die Fachkraft nimmt den beteiligten Kindern daraufhin das Spielzeug aus der Hand und sieht den Konflikt als geklärt. 

Was ist jedoch mit den Kindern? Ist für sie der Konflikt auch geklärt? Was sind die FOLGEN dieses Satzes und der daraus resultierenden Handlung der Fachkraft? 

Es bleiben zwei Kinder zurück…

… die bemerken, dass Streit etwas UNANGENEHMES ist, etwas nicht gewolltes ist und, dass Streit möglichst schnell geklärt werden muss. 

… die bemerken, dass die Klärung ihres Streits nicht in ihrer MACHT steht und von außen durch einen Erwachsenen geklärt werden muss. Sie geben die Verantwortung ab.

… die die Chance verpasst haben, zu LERNEN, wie man konstruktiv streitet und eine gemeinsame Lösung herbeiführen kann

… die trotzdem noch WÜTEND und sauer aufeinander sind, die nun alleine mit ihren Gefühlen umgehen müssen. Die negativen Gefühle entladen sich vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt z.B. wenn ein erneuter Konflikt aufkommt.

… die nicht verstehen, warum sie anderen Kindern nichts WEGNEHMEN sollen, die Fachkraft genau das aber selbst tut – ihnen das Spielzeug wegnimmt.

… die gerade noch in ein Spiel VERTIEFT waren, dass ihnen ein gutes Gefühl gab, ein Flowereleben, die allerdings nun aus ihrem Spiel gerissen sind und im luftleeren Raum ohne das wichtige Spielzeug schweben.

… die ihr eben angestrebte LERNZIEL nicht weiterverfolgen können und ein neues Spiel (Lernziel) finden müssen.

Wenn durch das Agieren der Fachkräfte immer wieder suggeriert wird, dass Konflikte SCHNELL und von AUßEN geklärt werden, wie sollen Kinder dann lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen? Brauchen Kinder nicht eigentlich aber genau das, um in der Welt bestehen zu können?

Brauchen sie nicht eigentlich ein Gegenüber, das dabei UNTERSTÜTZT, den Konflikt zu lösen? Brauchen sie nicht eigentlich einen Partner, der vormacht, wie man gewaltfrei Lösungen finden kann? Brauchen sie nicht eigentlich Vorbilder, die ihnen zeigen, Konflikte sind gut, aushaltbar, man kann an ihnen lernen, man kann sie bewältigen und man kann Lösungen finden, die für alle Beteiligten annehmbar sind. 

Um in der WELT zu bestehen, brauchen unsere Kinder das Wissen, Konflikte kommen immer und überall vor wo Menschen aufeinandertreffen. Sie sollten erfahren, dass Konflikte normal sind, Konflikte müssen nicht schnell beendet werden, Konflikte sind bewältigbar, man muss keine Angst davor haben, Konflikte können so gelöst werden, dass keiner als Verlierer hervorgeht.

Es gibt eine STUDIE, die zeigt, dass Kinder ihr Spiel am ehesten unterbrechen, wenn Erwachsene frühzeitig in einen Konflikt eingreifen und ihn klären (Singer / Hännikäinen, 2002) Es ist also wichtig Konflikte nicht sofort zu unterbinden und sofort zu klären. Denn dadurch sendet man den Kindern die Botschaft: “Konflikte sind nicht erwünscht”. Es ist wichtig, den Kindern einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem sie selbst versuchen können den Konflikt zu lösen. Sie brauchen die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln, welches eigene Handeln sie weiterbringt und welches nicht. Das ist doch eigentlich eine erfreuliche Nachricht für alle Fachkräfte. Ihr könnt euch zurücknehmen.

Wenn die Kinder allerdings selbst nicht in der Lage sind ihren Streit beizulegen, kann die  Fachkraft ihre HILFE ANBIETEN. Gewöhnlicherweise wird der Bedarf an Hilfe in drei Punkten deutlich:

  • wenn die Fachkraft direkt angesprochen wird und um Hilfe gebeten wird
  • wenn ein Kind hilfesuchend durch den Raum schaut
  • wenn Kinder handgreiflich oder aggressiv werden, sollten die Fachkräfte einschreiten weil der Konflikt einerseits nicht mehr konstruktiv ausgetragen wird und andererseits die Strategie eine gesellschaftlich nicht anerkannte ist.

Lehnen alle beteiligten Kinder allerdings das Angebot der Unterstützung ab, sollte das respektiert werden (auch wenn sie handgreiflich sind). Es sollte dabei jedoch niemand Unbeteiligtes zu Schaden kommen, gestört werden oder etwas dabei kaputt gemacht werden. In diesem Fall müsste die Fachkraft auch einschreiten weil unter Umständen die Grenzen anderer nicht gewahrt werden können.

Wenn nun Hilfe benötigt wird, kann man die Situation mit den beteiligten Kindern reflektieren, das Geschehene Revue passieren lassen, die Gefühle benennen, vermitteln und moderieren. 

Wenn zwei Kinder sich z.B. um einen Ball streiten, könnte man wie folgt vorgehen: 

  1. Situation beschreiben: du wolltest den Ball haben richtig (das eine Kind)? Und du wolltest auch den Ball haben kann das sein (andere Kind)? Wenn beide zustimmen kann man zum nächsten Schritt gehen, ansonsten weiter nachfragen und dabei unterstützen die Situation zu reflektieren. Die Kinder können auch nacheinander ihre Sichtweise schildern und wir Erwachsenen moderieren.
  2. Gefühle benennen: “du hast dich wahrscheinlich sehr geärgert weil du unbedingt mitspielen wolltest oder? Nein? Du wolltest alleine mit dem Ball spielen? Verstehe”. “Und du (anderes Kind) bist sehr wütend weil Karl dir den Ball weggenommen hat oder?” “Ja…”
  3. Lösungsorientierung: “Mh, was können wir da denn jetzt machen?” Je nach Alter die Kinder in die Lösungsfindung einbeziehen. Kinder haben oft sehr kreative Ideen, wie man Konfliktsituationen lösen kann. Falls keine Ideen vorgeschlagen werden, kann man selbst Ideen vorschlagen: “vielleicht könnt ihr zusammen spielen” oder “wie wäre es wenn ich auf die Uhr schaue und erst der eine für 5 Minuten mit dem Ball spielt und dann der andere?” Wichtig ist, dass beide Parteien mit der Lösung einverstanden sind. Erst dann ist die Konflikt Besprechung beendet.

Aus dieser Art der Konfliktmoderation lernen die Kinder eine Strategie, wie sie Konflikte lösen können, die sie womöglich noch ihr ganzes Leben nutzen können.

Singer, E. / Hännikäinen, M. (2002): The teacher’s role in territorial conflicts of two to three year old children. In: Journal of
Research in Childhood, 17. S 5-18.


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